Als die Belagerung Mariupols beginnt, verlassen viele Pressevertreter:innen die ukrainische Hafenstadt. Nur ein kleines Team der Associated Press verbleibt vor Ort und dokumentiert unter Lebensgefahr die Gräueltaten der russischen Invasion.
Der Krieg bricht plötzlich über Mariupol ein. Die russische Armee kesselt die strategisch so wichtige Stadt ein - und nichts ist mehr, wie es einmal war. Flächendeckende Bombardements radieren ganze Häuserblocks aus, Zigtausende sind plötzlich auf der Flucht. Während Strom und Lebensmittel unter der Belagerung knapp werden, bleiben Filmemacher Mstyslav Chernov, sein Fotograf Evgeniy Maloletka und die Produzentin Vasilisa Stepanenko von der US-Presseagentur Associated Press (AP) in der umkämpften Stadt. Sie sprechen mit Bewohner:innen auf der Suche nach Fluchtwegen, begleiten Ärzte bei verzweifelten Rettungseinsätzen und versuchen Nacht für Nacht, ihre Nachrichtenbilder in die Welt zu senden. Die so entstehenden Einblicke in den Terror von Mariupol sind unmittelbar. Sie muten streckenweise wie ein unwirklicher Actionfilm an und sie prägen die internationale Wahrnehmung dieses Krieges.
Als einzige Pressevertreter:innen vor Ort hält das Team entscheidende Kriegsbilder fest, darunter das Leid der Zivilbevölkerung, Massengräber und die Bombardierung einer Entbindungsklinik. "20 Tage in Mariupol" basiert auf Chernovs täglichen Nachrichtenberichten und eigenen Aufnahmen aus dem Kriegsgebiet. Mehrfach ausgezeichnet, gibt die Produktion einen lebendigen, erschütternden Einblick in das Leid der belagerten Zivilist:innen. Trotz der Schwere des Themas ist der Film packend und bietet einen wertvollen Blick in die Herausforderungen des Nachrichtenjournalismus aus Konfliktgebieten und deren globale Auswirkungen.
Doku & Reportage wurde auf NDR ausgestrahlt am Mittwoch 11 Februar 2026, 00:00 Uhr.