Der Dokumentarfilm "Sans Soleil" ("Unsichtbare Sonne") folgt einer Erzählerin, die aus Briefen eines reisenden Kameramanns vorliest. So entsteht eine lose verknüpfte, essayistische Reise durch Japan und zu afrikanischen und anderen Schauplätzen. Der Off-Text reflektiert über Erinnerung, Geschichte und die Flüchtigkeit von Bildern. Der französische Regisseur Chris Marker montiert Alltagsbeobachtungen zu einer poetischen Reflexion über Zeit, Wahrnehmung und das, was Bilder in uns auslösen. Wim Wenders beschreibt Markers filmischen Essay als Gedankenspaziergang durch Kontinente und Erinnerungen. Ihn beeindruckt, wie "Sans Soleil" die Grenzen des Dokumentarischen sprengt - nicht durch Spektakel, sondern durch Haltung: neugierig, offen, radikal subjektiv. "Sans Soleil" zeige, dass Dokumentarfilm nicht nur Wirklichkeit festhalten, sondern auch Denken sichtbar machen kann.
Die 13-teilige Interview-Reihe ist eine Koproduktion von Südwestrundfunk und Haus des Dokumentarfilms, 2026.
Kunst & Kultur wurde auf SR ausgestrahlt am Donnerstag 12 Februar 2026, 03:30 Uhr.