Zu Tisch!

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Im Fürstentum Liechtenstein bewirtschaftet der Rebelbolla-Club ein winziges Feld mit einer alten Speisemaissorte. Für Annelies und Kurt Gerber, die Gründer des Clubs, ist dieser Mais ein essbares Kulturgut, das sie bewahren wollen. Zur Ernte gibt es Rebel mit Apfel-Holundermus u...

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Juli 2026
In der serbischen Provinz Vojvodina bieten die besonders fruchtbaren Böden ideale Bedingungen für Wildpflanzen. Ana Vrbaški und Marko Dinjaški leben naturnah mitten im Wald und bauen Kräuter und Gemüse an. Sie kochen traditionelle Gericht als vegetarische Varianten, zum Beispiel Krautwickel.
Sandra Nicolich und Marta Fazlić sammeln im Frühling Meerfenchel an der felsigen Küste der kroatischen Insel Lošinj. Die vitaminreiche Pflanze verfeinert Fischgerichte und Teigwaren und eignet sich roh auch als Salat. Lamm-Peka und Bitterorangen-Crostata sind ebenfalls lokale Spezialitäten.
In der Stadt Zamora, in Kastilien-León, feiert man die Karwoche mit Prozessionen und traditionellen Gerichten. Rosa González probiert moderne Varianten der überlieferten fleischlosen Rezepte aus: Fasteneintopf und geschichteter Kabeljau. Mit ihrer Freundin Asun Codesal backt sie süsse Aceitadas.
Berlins Küche überrascht mit Qualität und Vielfalt: Jan Wischnewski stellt Currywurst und Sauce selbst her: Haute Cuisine statt Fastfood. Die Brüder Lukas und Sebastian Dehl setzen in ihrer Stadtgärtnerei auf Nachhaltigkeit und kreieren mit ihren Kräutern regionale Gerichte wie Spargel-Gazpacho.
Auf der Kanalinsel Guernsey treffen britische und französische Küchentraditionen aufeinander. Das Klima der Insel profitiert vom Golfstrom, die Menschen setzten auf Selbstversorgung. Familie Sholl sammelt an der Küste Seeohren, Ormers, und kocht aus den frischen Schnecken Seeohrenburger am Strand.
In Kalabrien, an der Stiefelspitze Italiens, wächst die Bergamotte, eine Frucht mit beeindruckender Geschichte. Mit ihr hielt ein neues Aroma Einzug in die Küchen der Welt. Ihr Duft prägt Parfüm und Tee. Giuseppe Vadalà nutzt sie für Gerichte wie Schwertfisch, Risotto und Farfalle mit Thunfisch.
In Lettland bewirtschaftet Irena Riežniece mit ihrer Familie 14 Hektaren Moor, auf denen sie Moosbeeren anbauen. Die vitaminreichen Beeren werden zu Säften und Gelees verarbeitet. Zur Erntezeit kocht Cousine Sandra traditionelle Gerichte wie Riezis, ein Kartoffelgericht mit Speck und Zwiebeln.
Wenn im Spätherbst und Winter die Arbutus-Bäume in der Gallura auf Sardinien blühen, ernten Franca Corda und Renzo Cosseddu den seltenen, bitteren Honig aus ihren Bienenstöcken. Franca verfeinert damit traditionelle Gerichte wie Seadas, mit Käse gefüllte Teigtaschen, und Niuleddi, Mandelkekse.
Juni 2026
Julie-Lou ist Schäferin in Paris. Mit anderen Frauen betreibt sie eine urbane Farm in der nördlichen Vorstadt, produziert eigene Lebensmittel und treibt Schafe durch Hochhausschluchten. Ihre Küche vereint regionale Zutaten mit internationalen Einflüssen: Pot-au-feu, Pflaumenkuchen und Fladenbrot.
Müller Uli Stietz betreibt bei Stuttgart eine Mühle in fünfter Generation und baut Urgetreide wie Dinkel und Schwarzen Emmer auf eigenen Feldern an. In seiner Backstube kreiert er diverse Brotsorten. Tochter Thea kocht schwäbisch: Spätzle, Grünkernaufstrich und «Käsfüssle», ein herzhaftes Gebäck.
Auf der griechischen Insel Euböa bauen Janna und Vangelis Karawa Feigen an und stellen daraus unter anderem Petimezi, einen natürlichen Zuckerersatz, her. Im Spätsommer ernten sie täglich 100 Kilo Feigen. Die Familie kocht alte und neue Gerichte wie Schwein mit Feigen, Feigenbrot oder Chutney.
In der Region Cavaillon, im Departement Vaucluse, werden Melonen seit dem 15. Jahrhundert angebaut. David Biscarrat kultiviert sie auf 150 Hektaren in Freilandkultur. Seine Frau Laetitia zaubert aus dem beliebten Fruchtgemüse Tartar mit Zucchini und Avocado oder Melonenkompott mit Krustentieren.
Februar 2026
Im Wald des Kleinwalsertals finden die «Kräuterhexen» Marlene Paul, Paulina Ott und Susanne Tiefenbacher alles, was sie für ihre Waldküche brauchen. Die behutsam gesammelten Schätze verarbeiten sie zu Pasta mit Buchen- und Birkensprossen, Rehkeule mit Fichtenhonig oder Waldheidelbeerküchlein.
Capri – Sehnsuchtsort im Mittelmeer. Die alteingesessenen Familien bauen Obst und Gemüse in ihren Gärten an und essen selbst geangelten Fisch. Lucia Spataro kocht mit ihren Enkeln traditionelle Gerichte wie Frittata di Spaghetti und Torta Caprese, ein glutenfreier Schokoladenkuchen mit Mandeln.
Ulli und Scott Klein bewirtschaften in der Südsteiermark einen Hof auf dem 80 Gemüsearten und fast 300 verschiedene Sorten wachsen. Ihre kalifornisch-steirische Küche kombiniert Black Beans mit steirischem Gemüse, Süsskartoffeln mit rosa Pfeffer oder Polenta-Pizza mit Grünkohl-Kürbiskernöl-Pesto.
Alexandra und Nikos Guliumis besitzen auf Korfu 300 Kumquat-Bäume. Die vitaminreichen Früchte verkaufen sie vor allem an Grosshändler, aber Nikos sucht vermehrt nach lokalen Abnehmern. Alexandra experimentiert in ihrer Freizeit mit neuen Rezepten. Sie kombiniert die Kumquats zum Beispiel mit Fisch.
In Devon dreht sich beim vegan lebenden Ehepaar Tom und Jess Thomson einmal im Jahr alles um den Apfel: Sie ernten alte Sorten im öffentlichen Apfelgarten und backen damit britische Klassiker wie Apple Crumble. Jonah Garner, ein Freund der Töchter, experimentiert mit einem Apfel-Sauerteigbrotrezept.
Zwischen Januar und April wird vor der norwegischen Inselgruppe Lofoten der Winterkabeljau gefischt. Bei der Fischerfamilie Pettersen kommt der Skrei in verschiedenen Varianten auf den Tisch: halbgetrocknet als Bocknafisk, gekocht als Mölje mit Leber und Rogen oder als getrocknete Fischchips.
Im Ötztal züchtet Familie Hausegger Tiroler Grauvieh, eine alte Rinderrasse mit Charakter. Aus deren Milch werden Spezialitäten wie Kaiserschmarrn und Schneemilch gemacht. Auch Rindsrouladen aus eigener Produktion und Schwammerlgulasch aus frischen Waldpilzen kommen bei der Familie auf den Tisch.
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