Nachrichten im Fernsehen

Mann mit Mikrofon und News im TV

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Nachrichten für das Fernsehen: Die Tagesschau

Nachrichten für das Fernsehen zu produzieren und nicht für das Kino, war eine Innovation, welche sich in Deutschland nur langsam durchgesetzt hat. Einen entscheidenden Einfluss auf die Produktion der Nachrichten im Fernsehen hatte die USA. Am 26. Dezember 1952 erschien letztendlich die erste Sendung der Tagesschau. Die tägliche Sendezeit war bis ins 20. Jahrhundert hinein stets von 20.00 Uhr bis 20.15 Uhr. Allerdings konnten in der Anfangsphase lediglich einige Tausend Bürger in Hamburg, Köln, Berlin und Hannover die Tagesschau mitverfolgen. Die Nachrichten im Fernsehen wurde damals vom Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) ausgestrahlt, welchem später auch der WDR und der NDR zuzuordnen war.

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Wer schaut Nachrichten im Fernsehen?

Jeden Abend wird die Tagesschau in der ARD um 20 Uhr ausgestrahlt und von rund 9 Millionen Menschen geschaut. Von diesen 9 Millionen Zuschauern verfolgen rund 5,35 Millionen die Tagesschau in der ARD und mehr als 3,5 Millionen schauen die Tagesschau auf 3Sat, Phoenix oder dem Digitalkanal Eins Extra. Damit sind die ARD mit der Tagesschau die erfolgreichsten Nachrichten im Fernsehen. Auffällig ist dabei auch, dass die Tagesschau nicht nur von älteren Menschen, sondern auch von jungen Menschen geschaut wird. Die Nachrichtensendung erreicht im Gegensatz zu ihren Konkurrenten auch Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahren. Wenn es um Nachrichten im Fernsehen geht, scheinen sich die Zuschauer einig zu sein: Die Tagesschau ist weit vorn und die Einschaltquoten der Nachrichtensendung „heute“ im ZDF und „RTL aktuell“ sind deutlich niedriger. Es scheint als wäre seriöse Berichterstattung nach wie vor im Vormarsch. Erfreulich ist es auch, dass auch junge Menschen den aktuellen politischen und außerpolitischen Nachrichten im Fernsehen folgen.

Wie werden Nachrichten im Fernsehen gedreht?

Betrachtet man sich die Nachrichten im Fernsehen, fragt man sich häufig, wer die Berichte zusammengetragen hat. Die Arbeit bei einem Nachrichtensender hat jedoch nichts mit der investigativen Journalistenarbeit zu tun. Denn dies benötigt viel Zeit und muss auch entsprechend organisiert werden. In einer Nachrichtenredaktion wird hingegen die Richtigkeit der Meldungen der Journalisten geprüft. Die eigentliche investigative Journalistenarbeit erfolgt jedoch außerhalb des Senders. Da die Nachrichten im Fernsehen eine wichtige Informationsquelle für die Bürger sind, muss der Wahrheitsgehalt der Meldungen akribisch genau geprüft werden. Die Tagesschau im ARD und die ZDF-Nachrichten zählen dabei zu den Lieblingsnachrichtensendungen der Deutschen. Die privaten Sender schnitten schlechter ab. Gründe hierfür könnten die Seriosität der Berichterstattung sowie die behandelten Themen sein.

Bildmaterial für die Nachrichten im Fernsehen

Mann liest Zeitung mit Nachrichten

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Jeder Nachrichtensender arbeitet mit internationalen Nachrichtenredaktionen zusammen, die jeden Tag aktuelle Meldungen liefern. Da nicht alle Nachrichten im Fernsehen ausgestrahlt werden können, muss das Filmmaterial untersucht und gefiltert werden. Die Entsendung hauseigener Journalisten als Korrespondenten ist ein kostspieliges Unterfangen. Daher basiert insbesondere die Auslandsberichterstattung auf Material der entsprechenden internationalen Agenturen. Die nationalen Nachrichtensender besitzen ein großes Netzwerk freiberuflicher und angestellter Journalisten, die das nötige Bildmaterial liefern. Nennenswerte Agenturen für den deutschen Markt, sind APTN und Reuters TV. Die Öffentlich-Rechtlichen erhalten rund ein Viertel des Bildmaterials von Auslandsagenturen, wohingegen die privaten Sender sogar die Hälfte des Materials beziehen. Somit kann man sagen, dass die Nachrichten im Fernsehen nicht vollständig auf eigenem internen Bildmaterial der Sender basiert. Bei vielen Sendern ist das beziehen fremden Materials ein umstrittenes Thema, da die Echtheit und Herkunft der Materialien nicht hundertprozentig geprüft werden kann. Meist stammt das Material von freiberuflichen Journalisten aus Großbritannien oder den USA. Je nach Quelle des Bildmaterials können daher auch verschiedene politische Themenschwerpunkte gesetzt sein. Dies schränkt letztendlich die Autonomie der Sender ein.

Nachrichten im Fernsehen: European Broadcasting Union (EBU)

Neben verschiedenen Nachrichtenagenturen ist auch die European Broadcasting Union (EBU) eine weitere Quelle für Bildmaterial für die Nachrichten im Fernsehen. In der EBU sind aus den 54 Mitgliedstaaten insgesamt 74 öffentlich-rechtliche Sender vertreten. Sie stellt ihr Material anderen Länder über einen Satelliten zur Verfügung. Für die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland ist dieses Bildmaterial ebenso wichtig wie das Bildmaterial der Agenturen und das externe Material der landesinternen Journalisten. Die ARD bezieht rund 50% des Fremdmaterials von der EBU. Eine ähnliche Vereinigung, mit dem Namen ENEX (European News Exchange), hat sich aus einigen privaten Fernsehanbietern zusammengeschlossen.

Nachrichten im Fernsehen: Der Unterschied in der Berichterstattung

Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen sich für die aktuellen Geschehnisse in Deutschland nicht auf externes Material verlassen, da sie eine Vielzahl an eigenen Landesstudios besitzen. Dadurch können die freien und angestellten Journalisten das nötige Bildmaterial und die Berichterstattung an die Studios weiterleiten. Anders sieht es bei den privaten Sendern aus, denn diese versuchen die Anzahl ihrer Studios aus Kostengründen so gering wie möglich zu halten. Dadurch müssen sie jedoch für aktuelles Bildmaterial meist auf unabhängige kleine oder mittelständische Produktionsstudios zurückgreifen. Die Qualität des gelieferten Bildmaterials ist somit stark von der Produktionsfirma abhängig. Einige arbeiten seit Jahren mit privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern zusammen, andere sind darauf angewiesen, dass ihr Bildmaterial unbedingt abgekauft wird.